Das Spiel des Grafen (Lisbetta 1) von Tanja Penninger

Ihr Lieben,

Ich muss ehrlich zugeben, dass mir diese Rezension enorm schwer fällt. Ich scheine bislang die Einzige zu sein, die die Problematiken in diesem Buch erkannt hat und ich will nun wirklich nicht diese Person sein, die an jedem Buch etwas auszusetzen hat. Aber das was in diesem Buch vorgefallen ist, muss meiner Meinung nach angesprochen werden.

Triggerwarnung: Häusliche Gewalt, übergriffiges sexuelles Verhalten,Mord

Spoilerwarnung: Ich muss um die Problematiken zu begründen inhaltlich ins Detail gehen.

 

 

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1506 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 383 Seiten
  • Verlag: Dark Diamonds (30. Dezember 2016)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch

 

 

 

 

 

Als Lisbettas Herrin und beste Freundin Marjan erfährt, dass sie bald an einen Grafen von hohem Stand verheiratet wird, ist ihre Freude zunächst einmal groß. Schon lange hat sich die Adelstochter ausgemalt, welch attraktivem Mann sie einst gehören wird. Aber bereits beim ersten Treffen zeigt sich, dass ihr zukünftiger Gemahl so gar nicht ihren Vorstellungen entspricht. Lediglich ihre Dienerin Lisbetta ist von dem mysteriösen Fremden fasziniert, der seine Abende lieber am Schachbrett als in Gesellschaft verbringt. Durch einen geheimen Ort erfährt sie mehr über die Vergangenheit des Grafen und entdeckt, dass magische Wesen nicht nur in Büchern zu finden sind. Doch das wird ihr bald zum Verhängnis. Denn ehe sie sich versieht, spielt Lisbetta die Hauptrolle in einem Meer aus Lügen, Intrigen und dunkler Gefühle…

 

 

Lisbetta ist bei der jungen Adligen Marjan angestellt und führt für eine Bedienstete ein sehr gutes Leben.  Zu Marjan hegt sie ein sehr inniges, freundschaftliches Verhältnis, weswegen sie ihr auch mit Rat und Tat zur Seite steht, als klar wird, dass Marjan einen ihr unbekannten Grafen heiraten muss, denn die Vorstellung jemanden zu heiraten, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat, sagt ihr nicht besonders zu und den Unmut darüber lässt sie auch deutlich an Lisbetta aus.  Noch schlimmer wird es, als die Beiden beim Grafen ankommen, denn die Realität entspricht nicht den Vorstellungen mit denen sich Marjan versucht hat die arrangierte Ehe schön zu reden und ab da nimmt das Unglück seinen Lauf, denn die Rate tödlich verunglückter junger Frauen im Dorf wird direkt mit dem Grafen in Verbindung gebracht….

Zunächst einmal will ich sagen, dass ich mich sehr auf das Buch gefreut hatte. Sowohl Setting als auch der Mix aus Fantasy und historischem Roman klang sehr vielversprechend und auch der Klappentext klang gut. Anfangs konnte ich noch gut in das Buch hinein finden und auch recht schnell eine Verbindung zu den Figuren aufbauen, aber schon ganz zu Anfang bereitete mir der sehr blumige Schreibstil Schwierigkeiten. Er wirkte auf mich zu gezwungen und zu unnatürlich, als sei bewusst ein anderer, nicht besonders gewohnter Stil benutzt werden, weswegen vieles auf mich sehr gestelzt und holprig wirkte. Es sollte offenbar gut zu dem gewählten Genre passen und eine besondere Atmosphäre erschaffen, was in meinen Augen nicht besonders gut gelungen ist. Die Grundstory fand ich aber so spannend, dass ich weitergelesen habe, denn ich wollte wissen in welcher Verbindung der Graf mit den ermordeten jungen Frauen steht. Leider wurde ich auch hier enttäuscht, denn stattdessen wurde lieber der Fokus auf den Grafen gelegt, was mir enorm bitter aufgestoßen ist. Mir ist bewusst, dass es sich hier um historische Fantasy handelt und dass deswegen die Wertvorstellungen die im Mittelalter herrschten hier gelten, aber das ist für mich keine Entschuldigung für das kommende Verhalten.

Der Graf wird als enorm jähzornig dargestellt, er ist aggressiv und cholerisch.  Dieses Verhalten führt dazu, dass alle Menschen in seiner Nähe Angst vor ihm und seine Reaktionen haben, da er durchaus gewaltbereit ist, sobald ihn etwas verärgert und das geschieht sehr häufig. Im Buch wird deswegen mehrfach beschrieben, dass sowohl seine Angetraute Marjan, als auch Lisbetta sich vor ihm fürchten. Marjan bittet Lisbetta deswegen in der Apotheke einen Schlaftrank zu besorgen, der dem Grafen abends in seinen Wein geschüttet wird, sodass er zu müde ist um die Ehe mit Marjan zu vollziehen.  Da Lisbetta aufgetragen wird, den Wein jeden Abend zu holen ist sie diejenige die jedes Mal der Wut des Grafen ausgesetzt wird, nicht nur ist er hierbei enorm ausfällig und chauvinistisch, er wird gegenüber Lisbetta auch handgreiflich.  An mehreren Stellen im Buch wird erwähnt, wie sehr sie sich vor ihm fürchtet.  Ich frage mich an dieser Stelle, warum dann ausgerechnet zwischen dem Grafen und Lisbetta eine romantische Beziehung entstehen muss, warum die Autorin in einem Satz erwähnt, wie sehr Lisbetta sich vor ihm fürchtet, aber auf der anderen Seite Gefühle für ihn entwickelt. Mit dieser Entwicklung hatte ich ein gewaltiges Problem, ich kann einfach nicht verstehen, warum diese Romantisierung notwendig ist und warum ihre Ängste ihm gegenüber so relativiert werden. Ich dachte beim Weiterlesen, dass es schlimmer als das nicht werden kann, aber dann geschah folgendes: Es tauchte ein junger Mann auf, der sich als Freund des Grafen bezeichnete und in den sich Marjan direkt verliebte und dabei alles andere ausblendete. Es kam zum Geschlechtsverkehr und Marjan wurde schwanger, was Lisbetta herausfand.  Als sie Marjan damit konfrontierte, wurde diese sehr böse. Um zu verstehen was danach geschah, muss ich kurz einschieben, dass Lisbetta einen Brief von Marjan an die Eltern gefälscht hat, in dem Marjan über ihr Unglück klagte und darum bat, die Ehe aufzulösen. Lisbetta änderte den Brief ab, sodass er deutlich positiver klang, was Marjan herausfand und sie sehr wütend machte. Um Lisbetta also für den Brief zu bestrafen, zwang Marjan Lisbetta sich für sie auszugeben und das Bett mit dem Grafen zu teilen, damit er denken würde, dass Kind sei seines. Ich musste an dieser Stelle schlucken und lasse es mal unkommentiert, will aber nochmal betonen, dass Lisbetta Angst vor dem Grafen hat und jetzt gezwungen wird mit ihm Sex zu haben.

Ich möchte mich wirklich so neutral und sachlich wie möglich ausdrücken, aber zu sagen, dass ich geschockt und entsetzt war, ist deutlich untertrieben und dennoch wollte ich wissen wie der Graf zu den Morden steht, weswegen ich weiterlas. Aber auch hier wurde ich enttäuscht, denn wie und ob der Graf in die Morde involviert wird, wird erst in Band zwei aufgelöst.  Ich war selten so erleichtert, ein Buch beendet zu haben.

 

Wer von euch hat das Buch gelesen? Wie hat es euch gefallen? Schreibt mir eure Meinung i die Kommentare!

 

xoxo,

eure Rachel

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