Meg Haston:”Alles so leicht”

Ihr Lieben,

Bevor ich mit der Rezension loslege, möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen:

CONTENT WARNING: Essstörung und bildhafte Darstellung von Essstörungen

Dieses Buch ist enorm heftig und aufwühlend, es ist mitunter triggernd für Leute mit sensiblen Essverhalten und allgemein Menschen, die nicht gut mit detaillierter Beschreibung psychischer Krankheiten umgehen können.

 

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Carlsen (28. Juni 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3551316110
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 18 Jahre
  • Originaltitel: Paperweight

 

 

 

 

 

Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum einweisen ließ. Anna, die so ganz anders ist als die anderen Seelenklempner. Und selbst den Mädchen, mit denen sie ein Zimmer und ein Schicksal teilt, fühlt sich Stevie jeden Tag näher. Aber sie wird sich nicht öffnen, sie hat schließlich einen Plan.

 

Wie bereits am Anfang erwähnt, ist dieses Buch keine leichte Kost, es ist alles andere als eine leichte Lektüre für zwischendurch, dafür ist  die Thematik zu schwer.  Dennoch muss ich sagen, dass ich es sehr genossen habe, das Buch zu lesen, weil es einfach das Leben von einer anderen Perspektive zeigt, was ich durchaus wichtig finde. Die Geschichte wird von Stevie erzählt, es startet mit einer kleinen Vorschau auf das Ende, einer Episode die man erst im weiteren Verlauf des Buches erfährt, was aber durchaus Interesse weckt. Als lesende Person verfolgt man Stevies Weg zur Therapie, sie wird in eine Klinik eingewiesen und durch ihre Gedanken wird klar, dass sie nicht gesund werden will, sie will so schnell wie möglich raus und das merkt man auch sehr deutlich an ihrem Verhalten, sie sabotiert die Therapie, blockiert und macht dicht. Man merkt schnell, dass Stevie sich für etwas bestraft, etwas das wir erst nach und nach erfahren, denn Stevie hat ein Geheimnis.    Durch die Ich-Perspektive gelingt es sehr gut, einen Bezug zu Stevie herzustellen, was ich hier enorm wichtig finde, weil ihr Verhalten sehr schnell falsch interpretiert werden könnte. Ihren Gedankengang nachvollziehen zu können schafft wichtige Nähe und Empathie, man beginnt die Protagonistin zu mögen, kann ihren Leidensweg nachvollziehen und immer mehr begreifen, was sie eigentlich für eine Last auf ihren Schultern trägt und diese ist enorm. Ihr Familienverhältnis ist mehr als schwierig, aus welchen Gründen dies der Fall ist, will ich nicht vorweg nehmen, da es eventuell als Spoiler gewertet werden kann.  Ich habe Stevie als einen sehr authentischen Charakter empfunden, durch die Narben auf ihrer Seele wirkt sie “echt”. Auch die Darstellung der Essstörung wirkte auf mich, sofern ich das beurteilen kann, sehr realistisch und gut recherchiert. (ich habe keine Hinweise darauf finden können, ob die Autorin selbst Betroffenen ist oder nicht). Dennoch haben mir ein paar Dinge gefehlt.  Dafür, dass es ein LGBTQIAP positives Buch sein sollte, habe ich leider wenig Präsentation gesehen, was vielleicht auch mehr an mir liegt und nicht an dem Buch selbst, aber ich habe das Gefühl gehabt, dass es kaum wirklich vertieft wurde, was auch nicht zwangsläufig sein muss, aber ich hatte wie gesagt gedacht, dass es eine größere Rolle spielen wird. Auch hatte mein kleines Herz auf eine Love Story gehofft, aber ich fand es im nachhinein ganz gut, dass es keine gab, weil ich denke, dass es einfach nicht der richtige Zeitpunkt war.  Meine größte Enttäuschung war jedoch das Ende, hatte ich doch gehofft, dass wir Stevie weiter begleiten und sehen ob ihre Recovery erfolgreich verläuft, dass es nicht aufgelöst wurde, fand ich sehr schade. Dennoch hat mich das Buch sehr von sich überzeugen können und danke an dieser Stelle an den Carlsen Verlag, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

 

Wer von euch hat das Buch gelesen? Wie hat es euch gefallen? Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare,

 

eure Rachel

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